Montag, 16. April 2012

Die Novelle – eine kürzere Erzählung

Schriftsteller, die damit beginnen wollen Geschichten zu verfassen, denken oftmals an das Schreiben eines Romans. Doch gerade Anfänger unter den Schriftstellern sollten sich zum Üben auch mit der Kurzprosa auseinandersetzen. Neben dem Schreiben einer Kurzgeschichte, gibt es ebenso die Möglichkeit, sich an eine Novelle heranzutrauen. Solch eine kürzere Erzählung besitzt einen straffen Handlungsrahmen und beschreibt in der Regel ein einziges Ereignis mit einem direkten Einstieg in die Situation.

Novellen deuten auf Neuigkeiten hin

Was eine Novelle ist, ist schwer zu definieren, da sie eine unterschiedliche Länge aufweist, jedoch gibt es Merkmale, die darauf hinweisen, was als Novelle bezeichnet werden kann. Möglichst sollte eine Novelle eine mittlere Länge haben, so dass sie ohne Pause komplett durchgelesen werden kann. Weiterhin weist eine derartige Erzählung auf eine Neuheit hin, was allein schon der Begriff „Novelle“ verdeutlicht – das italienische Wort „Novella“ bedeutet nämlich Neuigkeit.

Weitere Kennzeichen einer Novelle

Wie bereits erwähnt, ist eine Novelle kurz oder mittellang und stellt einen Normbruch dar. Hauptsächlich wird ein einziges Ereignis beschrieben, welches den Leser direkt in die Situation führt. Bei einer Novelle handelt es sich grundlegend um eine Erzählung, die etwas Besonderes und sogar Außerordentliches zu Tage fördert – es passiert folglich häufig etwas absolut Unerwartetes, was vor allem bei den Wendepunkten spürbar wird, da sie szenisch sehr ausgeprägt dargestellt sind.

Bei Novellen werden die Probleme des Protagonisten aufgegriffen, wobei jene ein Hauptmerkmal sind, nicht aber die Hauptfigur direkt. Es geht bei der Novelle, im Gegensatz zur Kurzgeschichte, also auch eher um das Ausformulieren des jeweils zentralen Konflikts. Ein wichtiges Merkmal der Novelle ist außerdem die stark zum Tragen kommende Dramatik – nicht umsonst meinte Theodor Storm einst, die Novelle sei die Schwester des Dramas.

Novelle – wichtig ist das Ereignis, nicht der Protagonisten

Oft ist es bei der Novelle so, dass das lineare Alltagsleben des Protagonisten durch einen Zufall komplett aus dem Ruder läuft. Das Drumherum einer Geschichte fällt dabei weg – das heißt, es ist eher uninteressant, wo sich die Hauptperson gerade befindet oder in welcher Epoche beziehungsweise Zeit das Ereignis spielt. Auch der Lebenslauf eines Protagonisten wird in der Regel nicht behandelt – es geht lediglich um die momentane und einzige Situation. Wichtig ist bei einer Novelle daher auch nicht der Hauptcharakter, sondern das, was ihm widerfährt. Und so ungewöhnlich die Erzählung auch sein mag, sie wird stets als objektiv wahr dargestellt.

Kommentare:

  1. Hmmm, das ist jetzt eher eine ungewöhnliche Ansicht: die Novelle wird zwischen der Erzählung und dem Roman angesiedelt. Außerdem spielt das Dingsymbol (die Falkentheorie) eine wichtige Rolle.

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  2. Hallo Herr Weitz,

    da es, wie ich im Artikel bereits mitteilte, schwierig ist, den Begriff Novelle innerhalb der Literatur zu definieren, habe ich lediglich versucht, Bedingungen und Elemene darzustellen, die für eben eine solche Novelle sprechen. Ihre Ausführung, dass eine Novelle sich irgendwo zwischen Erzählung und Roman ansiedelt, ist da schon eher eine magere Erklärung, die für angehende Autoren weniger hilfreich ist. Und es mag sicher auch sein, dass die Falkentheorie eine Rolle spielt, dennoch gehe ich davon aus, dass es kein zwingendes Muss ist.

    LG
    M. Fernholz

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